Was uns antreibt

Die EU beschließt Schiffe aus der Rettungsmission „Sophia“ abzuziehen.

Migranten kapern ein Boot und erzwingen so die Fahrt nach Malta, um sich und ihre Familien zu schützen.

Migranten, die sich auf den gefährlichen Weg durch das Mittelmeer nach Europa machten, werden zurück nach Libyen geschickt. Dabei kann man dieses Land beim besten Willen nicht als sicheren Hafen bezeichnen. In den Internierungslagern in Libyen herrschen menschenunwürdige Bedingungen. Menschen werden dort vergewaltigt, versklavt, verkauft und misshandelt. 

Täglich sind hunderte von Menschen in Schlauchbooten auf dem Mittelmeer in Seenot. Menschen, die der Hölle Lybiens entrinnen wollen. Oftmals werden sie im Meer alleine gelassen, erhalten keine Hilfe und ertrinken still und unbemerkt.

Seenotretter werden vor Gericht gestellt, weil sie Menschenleben retten. Ihnen werden immer wieder Steine in den Weg gelegt, um ihre Missionen zu erschweren oder zu verhindern. Stattdessen bezahlt die EU die lybische Küstenwache dafür die Geflüchteten in Lybien festzuhalten.

Handelsschiffe, die eigentlich dazu verpflichtet sind, in Seenot Geratene aufzunehmen, schauen immer öfter weg oder umfahren die Zonen weiträumig. Italien will Boote mit Geflüchteten nicht mehr an Land lassen.

Diese und ähnliche Meldungen erreichen uns täglich. Die Situation eskaliert immer mehr. Uns beschäftigen solche Meldungen. Wir fragen uns immer wieder, wo die Menschlichkeit geblieben ist. Was ist mit dem Europa, dass sich auf humanitäre Werte geeinigt hat, nur geschehen? Ungläubigkeit paart sich mit unbändiger Wut und Trauer darüber, wie hier mit Menschenleben umgegangen wird. Wir wollen das nicht mehr dulden, wollen was verändern – ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, das von niemand mehr übersehen werden kann. Diese Gedanken und Gefühle brachten uns dazu, ein gewaltiges Projekt in Angriff zu nehmen: Eine Menschenkette von Norddeutschland ans Mittelmeer. Denn wir sind uns sicher, dass da draußen noch viel mehr Menschen die gleiche Ohnmacht und brennende Scham in sich spüren wie wir.

Was zunächst ein spontaner Einfall war, von einer jungen Frau auf einer Seenotrettungsseite ausgesprochen, wurde bald zu einem konkreten Vorhaben. Einige Menschen aus Deutschland, Österreich und Italien beschlossen zu versuchen, es wahr werden zu lassen. Es entstand eine Gruppe. Immer mehr Menschen schlossen sich uns an. Bald schon war klar, dass das Ganze funktionieren könnte. Deshalb beschlossen wir es zu ermöglichen und alles dafür zu tun, dass es wahr werden kann.

Leicht ist und war das Ganze nicht. So manchen Weg mussten wir wieder zurückgehen und umplanen, weil das Angedachte sich als nicht machbar erwies. Aber wir sind immer noch wild entschlossen es wahr werden zu lassen. Denn es ist an der Zeit, dass die Zivilgesellschaft sich erhebt und für Menschenrechte, Humanität und Geflüchtete aufsteht. Denn mit dem Migranten ertrinkt auch die Menschlichkeit der EU im Mittelmeer.

Da in diesem Jahr 2019 viele Aktionen im Rahmen der EU-Wahl durchgeführt werden, sind viele der Organisationen und Unterstützer bereits eingebunden. Wir wollen aber, dass die Menschenkette auch wirklich ein Erfolg wird. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die Aktion auf das Jahr 2020 zu verschieben. Das hat den Vorteil, dass wir ein Jahr länger Zeit haben, besser planen und noch mehr Unterstützer einbinden können.

Besonders in Österreich und Italien suchen wir noch nach Unterstützern und Netzwerken, die diese Idee mittragen und sich einbringen.

Hier auf der Homepage findet ihr unsere Route und ein Anmeldeformular. Wenn ihr entlang der Strecke liegt und euch einbringen wollt, füllt das Formular aus und werdet so Teil der Aktion. Aber auch wenn ihr nicht an der Strecke liegt könnt ihr ein Teil davon werden. Schreibt uns einfach und wir lassen euch wissen wo und wie ihr gebraucht werdet.

Wenn wir alle zusammenhalten und jeder seinen Teil dazu beiträgt, kann Großes entstehen. In diesem Sinne: Wir packen das! 😊

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