KEINE KOMPROMISSE BEI MENSCHENRECHTEN!

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Während die Sea-Watch 3 weiterhin festgehalten wird, sind auch heute wieder über 80 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Als diese Nachricht bekannt wurde, saß ich in einer Diskussionsveranstaltung, in der es um die juristische Aufarbeitung einer Rettungsaktion der Sea-Watch 3 im November 2017 ging.
Wer immer noch meint, der Aufbruch von Menschen von Libyen aus über das Mittelmeer hätte irgendetwas mit einem netten Schlauchbootausflug beim Strandurlaub zu tun, der sollte sich dieses Video von Forensic Architecture ansehen: Dort waren damals sowohl ein Boot der libyschen Küstenwache als auch die Crew der Sea-Watch an der Rettung beteiligt. In dem Video ist zu hören, wie die Küstenwache die Sea-Watch 3 von der Rettung abbringen will und die Aktion für sich beansprucht (Dialog ab 10:45). Die Crew der Sea-Watch gibt aber nicht nach und rettet insgesamt 59 Menschen. Dennoch kann sie den Tod von 20 Menschen nicht verhindern. Man sieht die Menschen ertrinken, ja man sieht auch, dass einige versuchen, sich der „Rettung“ durch die libysche Küstenwache, auf deren Boot sie ausgepeitscht werden, zu entziehen und nochmals ihr Leben riskieren, um vielleicht doch noch die Schlauchboote von Sea-Watch zu erreichen. Und einige bezahlen diesen Versuch mit dem Leben.
Sie wissen offenbar, was die nach der „Rettung“ durch die Libyer erwartet: Folter, Versklavung, Lösegelderpressungen an die Verwandten in ihrer Heimat.
Wir dürfen nicht länger wegsehen! Wir, die wir das Glück haben, durch die Geburt zur rechten Zeit am rechten Ort in Wohlstand, Frieden und Geborgenheit zu leben, sollten uns unserer Verantwortung bewusst werden. Es gilt, die Fluchtursachen zu bekämpfen und sichere Fluchtwege zu schaffen. Zusätzliche Hürden halten diese Menschen nicht auf – sie erhöhen nur die Zahl der Opfer. 
Die breite Solidarität mit Kapitänin Carola Rackete und ihrer Crew hat in den letzten Tagen gezeigt, dass viele Menschen das Sterben im Mittelmeer beenden wollen. Bereits in diesem Jahr sind es mehr als 600 Menschen, die ihr Leben bei diesem Versuch der Flucht über das Mittelmeer gelassen haben, mit einer vermutlich noch viel höheren Dunkelziffer. Hinzu kommen vermutlich noch höhere Opferzahlen auf dem Weg durch die Sahara zum Mittelmeer, der ebenfalls mit finanzieller Unterstützung aus Europa erschwert wird.
„Wir haben Kapitalismus im Endstadium“ – so beschrieb es heute Sea-Watch-Pressesprecher Ruben Neugebauer. wir lassen die Milizen und autokratischen Regimes in Nordafrika die „Drecksarbeit“ erledigen, um unseren Wohlstand zu sichern. Mir wird übel, wenn ich daran denke. Ich werde nicht länger vom heimischen Sofa zusehen.
Adela Žatecky, #HandinHand

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